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Energiebringer Powernapping

20 Minuten schlafen und mit voller Kraft weiterarbeiten. Geht das?

Mittagsschlaf? Das ist doch nur was für Kinder und Senioren, oder? Nein: Durch Powernapping – so heißt der Mittagsschlaf jetzt neudeutsch – laden Sie Ihre Batterien wieder auf, bessern Ihre Stimmung und steigern langfristig Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit, genau wie bei einem Kurzaufenthalt im Wellnesshotel. Jetzt müssen Sie nur noch Ihren davon Chef überzeugen.

Was bringt mir Powernapping?

Ein kurzes Nickerchen am Mittag wirkt sich auf Ihren Körper ähnlich aus, als hätten Sie die ganze Nacht geschlafen: Ihre Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit steigen teilweise auf das doppelte, Sie werden aktiver und meistens auch fröhlicher. Müde Menschen sind schnell gereizt und werfen eher hin, wenn etwas nicht richtig funktioniert.

Langfristig tun Sie mit einem Nickerchen aber auch auch etwas Gutes für Ihre Gesundheit. Zum einen direkt: Müdigkeit ist eine der Hauptursachen für Unfälle am Arbeitsplatz, ausgeschlafene, wache Mitarbeiter arbeiten aufmerksamer. Zum anderen indirekt, denn laut einer klinischen Langzeitstudie sinkt das Herzinfarktrisiko, wenn man sich wenigstens dreimal die Woche auf eine Runde Mittagsschlaf einlässt.

Anleitung zum Schlafen

Ein paar Unterschiede zwischen dem klassischen Nickerchen nach dem Mittagessen und Powernapping gibt es dann doch. Zum einen sollten Sie Ihr Schläfchen am besten zwischen 13:00 und 14:00 Uhr machen – da ist die biologische Uhr der meisten Menschen auf dem Tiefpunkt. Zum schlafen suchen Sie sich am besten eine Couch oder legen einfach den Kopf auf den Tisch oder ihre verschränkten Arme.

Dann machen Sie für 10 bis 30 Minuten die Augen zu – 20 Minuten sind der Optimalwert für ein energiebringendes Nickerchen, danach steigt das Risiko, in die Tiefschlaf-Phase zu fallen. Wenn Sie die erreichen und anschließend aufwachen, fühlen Sie sich wie gerädert und wahrscheinlich kaputter als vorher. Stellen Sie sich vor dem Nickerchen also am besten einen Wecker.

Wer seine Kollegen nicht mit dem Gebimmel nerven möchte, der greift stattdessen zu einem Trick: Nehmen Sie einen nicht zerbrechlichen Gegenstand in die Hand, am besten Ihre Schlüssel oder etwas anderes Klimperndes. Sobald Sie die Tiefschlafphase erreichen, wird Ihre Hand sich öffnen und der Gegenstand runterfallen – davon wachen Sie dann im Normalfall auf.

Schlafen muss man lernen

Am Anfang wird es Ihnen wahrscheinlich schwerfallen, einfach so einzuschlafen. Vor allem, wenn Sie das Nickerchen an Ihrem Schreibtisch abhalten. Hier hilft entweder Übung oder das Ausblenden der Umgebung: Setzen Sie sich Kopfhörer auf und hören Sie Musik, die Sie entspannt.

Für ein Powernapping müssen Sie allerdings nicht einmal richtig schlafen: Oft reicht es zum auftanken schon, wenn Sie einfach nur 20 Minuten mit geschlossenen Augen vor sich hindösen. Stellen Sie sich einfach vor, Sie werden gerade massiert. Wenn Ihnen nicht mal das richtig gelingt, sollten Sie allerdings darüber nachdenken, sich einen neuen Ort für das Mittagsnickerchen zu suchen.

Was sagen Chefs dazu?

Wer sich hierzulande mittags mal kurz auf ein Schläfchen verdrückt, gilt meistens leider immer noch als faul oder wenig belastbar. Selbst wenn man das Nickerchen auch wirklich brav auf die Mittagspause legt und es für den Arbeitgeber egal sein könnte, ob man in der Zeit isst, joggt, mit Kollegen quatscht oder eben mit Powernapping neue Kraft schöpft.

Wer seinen Chef von den Vorteilen der kurzen Schläfchen überzeugen möchte, sollte die richtigen Argumente bringen (siehe oben) und ihm klarmachen, dass es für den Betrieb nur vorteilhaft sein kann, wenn sich Mitarbeiter auf Wunsch für 20 Minuten ausklinken können. Nach einem eigenen Ruheraum mit bequemen Luxus-Sofas sollten Sie allerdings erst fragen, wenn sich der Powerschlaf in Ihrem Betrieb schon bewährt hat.

Powernapping in anderen Kulturen

Anders sieht die Sache in Asien aus, vor allem in Japan: Hier gehört das Nickerchen quasi zum Tagesgeschäft, schlafende Kollegen am Schreibtisch nebenan sind Alltag. Vielerorts gibt es spezielle Ruheräume und für Arbeitnehmer im Außendienst spezielle Hotels, die im 10-Minuten-Takt abrechnen.

Der Grund für diese Liebe zum Nickerchen ist allerdings weniger der gesundheitliche Aspekt als die Tatsache, dass Japaner im Durchschnitt nur 6 Stunden pro Nacht schlafen. Da wären wir auch müde. In Südeuropa ist die Siesta ebenso Standard – zugegeben liegt das allerdings meist an den heißen Temperaturen zur Mittagszeit.

Das Nickerchen ersetzt keinen richtigen Schlaf

Versuchen Sie’s mit dem Powernapping doch einfach mal, wenn Ihnen mittags mal wieder alles zu viel wird oder wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen jederzeit die Augen zufallen könnten. Wer sich nicht in der Arbeit traut, macht den Mittagsschlaf-Test am besten am Wochenende oder im Urlaub bei sich zu Hause. Erfahrungsgemäß schläft man dort auch deutlich leichter ein als im Büro.

Aber Achtung: All das kann niemals einen geruhsamen Nachtschlaf ersetzen. Wer bis zwei Uhr nachts vor dem Computer sitzt und glaubt, er könnte sein Schlafdefizit später mit 20 Minuten Mittagsschlaf ausgleichen, der tut weder sich noch seinem Körper etwas Gutes. Die Energie-Nickerchen sollen Ihnen helfen, mehr Ruhe in Ihr Leben zu bringen und Ihnen mehr Kraft geben, sie sollen Ihren Alltag entschleunigen. Wer sie benutzt, um noch mehr Zeit zum arbeiten freizuschaufeln, betreibt dagegen Raubbau am eigenen Körper.

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